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Geschichte

Tacitus über Jesus

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Der römische Historiker Tacitus (55-120) interessierte sich nicht für die Christen. Erst im Zusammenhang mit dem Brand Roms unter Nero muss er auf die eingehen, denen Nero die Schuld in die Schuhe schob und die er darauf hin foltern und mit "äußerst ausgesuchten Strafen" hinrichten ließ:

Aber nicht durch menschliche Hilfe, nicht durch reiche Spenden des Prinzeps oder Besänftigungen der Götter wich das Gerücht, daß der Brand für einen befohlenen gehalten wurde.  Daher schob Nero für die Beseitigung des Gerüchts Schuldige vor und verhängte äußerst ausgesuchte Strafen (über sie), die das Volk als wegen der Schandtaten verhaßte Chrestianer bezeichnete. Der Namensspender Christus war unter der Herrschaft des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus zum Tode verurteilt worden; und der für den Augenblick unterdrückte verderbenbringende Aberglaube brach wieder hervor, nicht nur in Judäa, dem Ursprung dieses Übels, sondern auch in der Stadt Rom, wo von überall her alles gräßliche und schändliche zusammenfließt und gefeiert wird.“ (Analen XV.44)

Man kann Tacitus keineswegs als dem Christentum gegenüber freundlich gesinnt bezeichnen.

Interessanterweise berichtet er davon, dass die Bewegung von Jesus ("der verderbenbringende Aberglaube") nach seinem Tod kurz ins Stocken geraten ist, dann aber weiter ging und sich sogar bis nach Rom ausbreitete.

 

Plinius über Jesus

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Plinius der Jüngere (61/62-113/115 n.Chr.) schrieb im Jahr 112 n.Chr. in seiner Eigenschaft als Statthalter an den Kaiser Trajan, wie er mit den Christen umgehen solle, die dem Kaiser nicht opfer wollten und deren "ansteckender Aberglaube" bereits Städte und Dörfer erreicht. Plinius freut sich, dass seine Verfolgung dazu führt, dass die Tempel wieder öfter besucht werden, nachdem sie vorher bereits fast völlig verlassen waren.

Bei seinen Verhören konnte er von solchen, die dem Christentum abschwörten, Folgendes über den Glauben der Christen in Erfahrung bringen:

Dabei versicherten sie jedoch, ihre Hauptschuld oder vielmehr ihr Hauptfehltritt habe darin bestanden, dass sie immer an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufgang zusammengekommen seien, auf Christus wie auf einen Gott (Christo quasi deo) abwechselnd ein Lied gesungen und sich durch einen feierlichen Eid  nicht etwa zu einem Verbrechen verpflichtet hätten, sondern dazu, dass sie keinen Diebstahl, keinen Raub, keinen Ehebruch begehen, kein Wort brechen und kein anvertrautes Gut unterschlagen wollten.“ (Plinius, Brief an Kaiser Trajan 10.96-97)

Plinius berichtet uns also davon, dass Christus wie ein Gott verehrt wurde und dass das Christentum schnell so viele Anhänger gewonnen hat, dass die Tempel immer leerer wurden.

 

Abschreibfehler - Stille Post?

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Die Originale der Schriften des Neuen Testamentes sind nicht erhalten geblieben. Das älteste Fetzelchen vom NT ist ein winziger Papyrus, p52, der einen Teil aus dem Johannesevangelium beinhaltet und auf 125-150 n. Chr. datiert wird. Die ältesten Gesamtausgaben des NT, die erhalten blieben (Codex Sinaiticus, Codex Vaticanus), stammen ungefähr aus dem Jahr 350.

Alle diese Texte wurden kopiert und immer wieder kopiert - wurden sie dabei nicht verfälscht? Passiert nicht automatisch dasselbe wie beim Spiel "Stille Post"?

Wenn wir von den Texten ausgehen, die wir haben (und das sind die Daten, auf denen ein Argument beruhen sollte), wird deutlich, dass wir zwar jede Menge Varianten haben, aber nichts, was die Textbedeutung verändert.

Das heißt, wenn wir von den Daten ausgehen, die wir haben, dann sieht man, dass die Texte des Neuen Testamentes zwar nicht in allen Fällen zu 100% identisch sind, dass es aber keine schwerwiegenden Unsicherheiten über die ursprüngliche Textbedeutung gibt. (Was macht es beispielsweise, dass der Schreiber vom Codex Vaticanus immer Johannes mit nur einem "n" schreibt, "Johanes"?) Die verschiedenen kleinen Textvarianten stellen kein Problem dar, im Gegenteil. Sie stellen einen weiteren Hinweis darauf dar, dass das Original, das nach den wissenschaftlichen Regeln der Textkritik rekonstruiert werden kann, sogar noch älter als diese uralten Handschriften sein muss.

 

Außerbiblische Belege bei christlichen Autoren

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Frühe Kirchenväter und christliche Philosophen zitieren oft die Schriften des Neuen Testaments und beziehen sich auf die Ereignisse rund um Jesus.

Zum Beispiel schrieb Justin, "der Philosoph und Märtyrer", ungefähr im Jahr 152 n. Chr. eine Abhandlung, die an den Kaiser Antonius und seinen Sohn Mark Aurel adressiert war, seine Apologie (Text in deutscher Übersetzung). Darin berichtet Justin wiederholt davon, dass unter Pontius Pilatus Akten angefertigt wurden, die der Kaiser selbst in seinen Archiven vorfinden wird. Hätte er diese Argumente verwenden können, wenn es die Akten nicht gegeben hätte?

Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, warfen die, welche ihn gekreuzigt hatten, über seine Kleidung das Los und teilten sie untereinander. Daß das so geschehen ist, könnt ihr aus den unter Pontius Pilatus angefertigten Akten ersehen“ (Justin der Märtyrer, 1. Apologie 35, 7-9)

Justin waren auch die Evangelien bekannt - und dass ihr Inhalt auf die ersten Augenzeugen der Auferstehung, die Apostel zurückging:

"Denn die Apostel haben in den von ihnen stammenden Denkwürdigkeiten, welche Evangelien heißen, überliefert, es sei ihnen folgende Anweisung gegeben worden: Jesus habe Brot genommen, Dank gesagt und gesprochen: „Das tut zu meinem Gedächtnis, das ist mein Leib“, und ebenso habe er den Becher genommen, Dank gesagt und gesprochen: „Dieses ist mein Blut“, und er habe nur ihnen davon mitgeteilt." (1. Apologie, 66)

 

Fehleranfällige Schreiber?

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Die Schreiber, die die Texte des Neuen Testamentes kopiert haben, wussten, dass Abschreibfehler möglich sind und haben sich bemüht, so gut wie möglich zu arbeiten.

Eine interessante Randbemerkung im Codex Vaticanus von einem späteren Schreiber zum Text von Hebräer 1,3 lautet: "Narr und Schurke, kannst Du nicht die alte Lesart in Ruhe lassen und nicht verändern!"

Offensichtlich bezieht sich der Autor dieser Zeilen auf die Änderung eines griechischen Wortes

"tragend (pheron) alle Dinge durch die Macht seines Wortes" in
"sichtbar machend (phaneron) alle Dinge durch die Macht seines Wortes".

Das heißt, er wusste, dass hier etwas nicht stimmt, und sein Ziel war es, den ursprünglichen Text zu bewahren.

 


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Goethe hat gesagt, Toleranz dieser Art heiße, dass man den Menschen nicht ernst nehme. In der Sache, in Wissensfragen ist Toleranz unsinnig. »Zwei und drei ist fünf« - was heißt da Toleranz? New York ist nicht die Hauptstadt der USA. Jürgen Spieß, Aus gutem Grund, 34