Ein Netzwerk für Fragen und Antworten über den christlichen Glauben

Der Weg der Revolution, Woher kommt die Idee?

Das wichtigste Argument

Die frühen christlichen Philosophen hatten ein sehr herausforderndes Argument: Sie konnten zu ihren Gegnern und Gesprächspartnern sagen: „Schaut einfach unser Leben an!“

Wer die Menschen ansieht, die Jesus nachfolgen, sieht, was an Jesus dran ist:

Jesus hat seine Verteidigung im Lebenswandel seiner Jünger. (Origenes, Cels. Praef. 2)

Justin weist (ca 156 n.Chr.) auf die bemerkenswerten Änderungen im Lebensstil der Gläubigen hin. Früher waren sie voller Hass und Egoismus, jetzt aber lieben sie auch ihre Feinde:

Hatten wir früher an der Unzucht gefallen, so huldigen wir jetzt einzig der Keuschheit; gaben wir uns einst mit Zauberkünsten ab, so haben wir uns jetzt dem guten, ungezeugten Gott übergeben; schätzten wir der Erwerb von Geld und Gut höher als alles, so stellen wir jetzt das, was wir haben, in den Dienst der Allgemeinheit und teilen es mit jedem Bedürftigen; hassten und mordeten wir einander und gönnten wir dem Fremden, weil er andere Bräuche hat, nicht einmal unsere Herdgemeinschaft, so leben wir jetzt, seit Christus erschienen, als Tischgenossen zusammen, beten für unsre Feinde, und suchen, die uns ungerechter Weise hassen, zu überreden, dass auch sie nach Christus schönen Weissagungen leben und dadurch zu der frohen Hoffnung gelangen, einmal dieselben Güter, wie wir, von dem Herrn über alles, Gott, zu empfangen. (Justin, Ap.I.14.1-5.)

Athenagoras gibt (163 oder 177 n.Chr.) zu, dass nicht alle Gläubigen ihre Überzeugungen mit Argumenten belegen können. Aber alle tun das mit ihrem Lebensstil:

Bei uns dagegen könnt ihr ungebildete Leute, Handwerker und alte Mütterchen finden, die zwar nicht im Stande sind, argumentativ die Nützlichkeit ihrer Lehre darzulegen, aber praktisch den Wert ihrer Grundsätze aufzeigen. Denn nicht auswendig gelernte Worte sagen sie her, sondern eine gute Lebenspraxis zeigen sie vor. (Athenagoras, legatio, 11.4)

Diese Worte fordern auch die NachfolgerInnen von Jesus im 21. Jahrhundert heraus!