Begründet Glauben

Ein Netzwerk für Fragen und Antworten über den christlichen Glaube

Widerlegt Wissenschaft Glauben?

Wo liegen die Konfliktlinien wirklich?

Im Widerspruch liegen also nicht christlicher Glaube und Naturwissenschaft an sich, sonst gäbe es weder gläubige WissenschafterInnen noch hätte der christliche Glaube seine Rolle bei der Entstehung der Wissenschaften spielen können

Konfliktlinien ergeben sich zwischen dem Theismus und dem Naturalismus. Theisten lehnen die naturalistische Vorstellung, Sinn habe sich aus Unsinn entwickelt. Sie lehnen ein naturalistisches Menschenbild ab, das den Menschen als tolles Tier, aber nicht also erlösungsbedürftige Schöpfung im Ebenbild Gottes sieht. Keines der beiden Weltbilder hindert hingegen die Wissenschaft, Naturwissenschaft wird sowohl von Theisten als auch von Naturalisten erfolgreich betrieben.

Weitere Konfliktlinien entstehen zwischen gewissen christlichen Positionen und den naturwissenschaftlichen Resultaten. Christen, die hier eine abweichende Meinung vertreten, müssen diese vorsichtig und respektvoll diskutieren und daran denken, dass viele Menschen ihre Identität mit naturwissenschaftlichen Resultaten verbinden. Zudem stehen sie in Gefahr, sich und ihre Botschaft lächerlich zu machen, wenn sie von Dingen sprechen, von denen sie wenig Ahnung haben.

„Nichts ist nun peinlicher, gefährlicher und am schärfsten zu verwerfen, als wenn ein Christ mit Berufung auf die christlichen Schriften zu einem Ungläubigen über diese Dinge Behauptungen aufstellt, die falsch sind und, wie man sagt, den Himmel auf den Kopf stellen, so dass der andre kaum sein Lachen zurückhalten kann. Dass ein solcher Ignorant Spott erntet, ist nicht das Schlimmste, sondern dass von Draußenstehenden geglaubt wird, unsere Autoren hätten so etwas gedacht. … Denn wenn sie einen von uns Christen auf einem Gebiet, das sie genau kennen, bei einem Irrtum ertappen und merken, wie er seinen Unsinn mit unseren Büchern belegen will, wie sollen sie dann jemals diesen Büchern die Auferstehung der Toten, die Hoffnung auf das ewigen Leben und das Himmelreich glauben?“ (Augustinus, Über den Wortlaut der Genesis, 1.19.39.)

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