Wenn wir etwas über vergangene Ereignisse wissen wollen, müssen wir uns die Spuren, die davon vorhanden sind, anschauen. Solche Spuren können Bauwerke, Gegenstände wie Vasen oder Münzen, gesellschaftliche Institutionen oder sprachliche Zeugnisse in mündlich überlieferten Geschichten, Inschriften oder Dokumenten sein.

Wenn wir es, wie zum Beispiel im Fall des Neuen Testamentes, mit antiker Literatur zu tun haben, ist für uns interessant, wer der Autor oder die Autorin war, ob Augenzeugenaussagen enthalten sind. Dabei wird es immer darum gehen, ob wir diesen Zeugen und Autoritäten vertrauen.

Warum Autoritäten vertrauen? Alle Menschen vertrauen Autoritäten. Wer mit dem Bus fahrt, vertraut der Busfahrerin, wer in ein Haus geht, der Baufirma und dem Statiker. Ohne ein gewisses Grundvertrauen können wir nichts essen, trinken, anziehen und nirgends hingehen.

Dafür gibt es Gründe. Wer z.B. zum Zahnarzt geht, lässt einen wildfremden Menschen in seinem Mund herumbohren. Oft erklären Zahnärzte auch nicht gerade viel – und wenn doch, ist nicht gesichert, dass wir es verstehen. Warum vertrauen wir dennoch? Beim Zahnarzt gibt’s einige Gründe: Andere Menschen kommen auch immer wieder. Das Vertrauen steigt auch, wenn er schnell und ruhig arbeitet und dabei nicht verzweifelt oder ratlos wirkt.

Auch für eine historische Quelle wie das Neue Testament gibt es solche guten Gründe zu vertrauen.