Ein Netzwerk für Fragen und Antworten über den christlichen Glauben

Seine revolutionär gute Sicht auf Ausgegrenzte

Jesus und „Barbaren“

Vorurteile, Hass und Feindschaft prägten den Blick auf Ausländer.

Jesus war anders. Er übte seinen Dienst auch an Menschen aus, die einen anderen ethnischen Hintergrund hatten als er. (Markusevangelium 7,24-8,9; Matthäusevangelium 8,5-13.)

In den christlichen Gemeinden traten ethnische Barrieren in den Hintergrund, es war nicht mehr wesentlich, ob jemand Grieche, Jude oder Skythe war (Kol 3,11).

Bis heute bemühen Christen sich, Menschen aus anderen Ethnien das Evangelium zu bringen. Oft geht das mit Alphabetisierung und Verschriftlichung bisher ungeschriebener Sprachen einher. Dabei wird die Kultur der Sprachgemeinschaft berücksichtig. Eine christliche Organisation, die sich besonders darum verdient gemacht hat, ist Wycliff, dessen Partnerorganisation SIL maßgeblich an der sprachwissenschaftlichen Erforschung aller bisher ungeschriebenen Sprachen der Erde beteiligt ist und den Ethnologue, das linguistische Sammelwerk aller bekannten lebenden Sprachen der Erde, herausgibt.

Ein weiteres Beispiel sind die Hmar in Indien: „Dr. Rochunga Pudaite wuchs im Stamm der Hmar in Nordost-Indien auf. Als im frühen 20. Jahrhundert ein Missionar aus Wales, Watkin Roberts, den Hmar das Evangelium von Christus brachte, war Rochungas Vater, Chawnga, einer der ersten, die sich bekehrten. Chawnga stellte fest, dass Roberts nicht versuchte, die Hmar zu europäisieren, ja Roberts missionierte ausdrücklich gegen den Willen des örtlichen Vertreters der britischen Regierung. (Die christlichen Missionare waren mitnichten typischerweise ‚Agenten des westlichen Imperialismus‘; oft hatten sie die Vertreter der Kolonialmacht sogar gegen sich.) Die Hmar kamen zu Tausenden zu Christus, und ihr Leben änderte sich. ‚Sie hörten auf zu streiten, zu schlagen, zu trinken und in ständiger Angst vor bösen Geistern zu leben.‘ Über 500 von ihnen wurden selbst Missionare, die den anderen Stämmen in der Region Lebensmittel und Bibeln brachten, darunter den Stämmen früherer Feinde, deren Köpfe sie als Trophäen über die Türen ihrer Bambushütten gehängt hatten. ‚Aus Kopfjägern‘, so Pudaite, ‚wurden Herzensjäger‘. Heute leitet Pudaite die Organisation ‚Bibles for the World‘, die bis jetzt über 14 Millionen Bibeln an Menschen in aller Welt verteilt hat.“ (Kenneth D. Boa und Robert M. Bowman, Jr., Macht es Sinn, an Gott zu glauben? Argumente für die Existenz Gottes, Verlag C.M.Fliß Hamburg 2006, 1. Auflage 2007, 202-203)