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Seine revolutionär gute Sicht auf Gott

Wie führt Liebe zu Gott zu Religionsfreiheit?

Liebe ist immer etwas Freiwilliges. Echte Liebe kann man nicht erzwingen. Und Gott macht das auch nicht. Jesus ruft immer auf, zu ihm zu kommen – aber er zwingt nicht (z.B. Matthäusevangelium 23,37; 28,19-20.) Jesus wollte keine Zwangsbekehrungen sondern freiwillige Nachfolger. Jesus selbst hat es so gesagt: „Ich bin nicht gekommen um mich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen.“ (Markusevangelium 10,45). Ein Gott, der mir dienen will? So ein Gott verzichtet auf alle Gewalt. Er zwingt niemanden, sondern wirbt leise und beständig um die Liebe der Menschen.

Das hat für jeden Menschen persönliche Konsequenzen. Wenn Jesus Recht hat, dann gibt es mit Gott keinen Kuhhandel. Keine Leistung kann den Himmel verdienen. Gott will keine Angestellten. Er will eine Freundschaft, eine Liebesbeziehung, keine Geschäftsbeziehung.

Das hat auch gesellschaftliche Konsequenzen: Wenn Gott freiwillige Liebe will, kann niemand in eine Religion hineingezwungen werden. Schon im 2. Jahrhundert sprechen Christen deswegen von einem Menschenrecht auf Religionsfreiheit:

„Jedoch es ist ein Menschenrecht und eine Sache natürlicher Freiheit für jeden, das zu verehren, was er für gut hält, und die Gottesverehrung des einen bringt dem andern weder Schaden noch Nutzen. Nicht einmal Sache der Gottesverehrung ist es, zur Gottesverehrung zu zwingen, da sie von freien Stücken unternommen werden muss und nicht aus Zwang.“ (Tertullian, Ad. Scap. 2. Ähnlich auch Laktanz.)

Das römische Reich war allerdings eine religiöse Einrichtung und in dieser Frage tödlich intolerant. Wer dem Kaiser nicht die vorgeschriebenen religiöse Opferhandlung entgegenbringen wollte, war ein Aufrührer und Feind des Staates und der Sicherheit.

Christen wurden daraufhin verfolgt – einmal mehr, einmal weniger. Das ändert sich erst durch das Toleranzedikt des Galierus (311) und die Mailänder Vereinbarung („Edikt von Mailand“, 313) zwischen Konstantin und Licinius, die allen Menschen Religionsfreiheit zugesteht: „Nachdem wir beide, Kaiser Konstantin und Kaiser Licinius, durch glückliche Fügung bei Mailand zusammenkamen, um zum Wohle aller … zu regeln … sowohl den Christen als auch allen Menschen freie Vollmacht zu gewähren … ihre Religion zu wählen … damit die himmlische Gottheit uns und allen … gnädig und gewogen bleiben kann.“