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Wie wird das Argument zurückgewiesen?

Creation-Order Theodicy – Gottes Ordnung ermöglicht Liebe und Leid

Bruce A. Little  bezieht Naturgesetze, Freiheit und biblische Offenbarung in seine Überlegungen mit ein. (God, Why This Evil? Lanham, Hamilton Books, 2010).

Gott hat die Welt so geschaffen, dass eine Beziehung zu Menschen möglich wird. Dafür braucht es:

  • Naturgesetzlichkeit,
  • Zurücknahme des Ausdrucks seines Wesens – vgl. Philipper 2, Johannes 1,18 und Hebräer 10,20 – und
  • Willensfreiheit.

Zur „Creation Order“ (Schöpfungsordnung) gehören die physische und die moralische Ordnung des Universums sowie alle Bünde, in denen Gott sich auf gewisse Handlungen festlegt.

Die Schöpfungsordnung gibt einen Rahmen für den Mensch vor – innerhalb dieses Rahmens kann er handeln, aber nie so, dass Gottes Ziele vereitelt würden. Gott wirkt auf den Willen durch Überredung ein (Little, 93), manchmal mit extremen Mitteln wie bei Saulus.

„Gottes Schöpfungsordnung garantiert, dass nichts chaotisch ist, unerklärbar; es gibt immer einen Grund, wenn nicht sogar einen Zweck. … Sobald Gott die Schöpfungsordnung etabliert, findet seine Interaktion im materiellen Kreis in dieser Ordnung statt. Anders zu handeln würde bedeuten, das Optimum und seine eigenen Regeln aufzugeben.“ (Little, 106-107)

Gott gibt so authentische Wahlmöglichkeiten, was es ermöglicht, Gott zu lieben und zu gehorchen. Aus echten Entscheidungen folgen echte Konsequenzen. Menschen nutzen ihre Freiheit auch für sinnlose Grausamkeiten. (Little, 108-109).

Eine Antwort – weitere Fragen

Diese Antwort weist das Argument gegen Gott zurück – seine zusätzlichen Prämissen (3) und (4) sind falsch. Gott muss nicht eine Welt ohne Leid erschaffen, sondern er wollte eine Welt mit solchen Wesen erschaffen, dass liebevolle Beziehungen möglich werden.

Zusätzlich beantwortet diese Verteidigung eine der wichtigen weiterführenden Fragen:

Weshalb greift Gott nicht (immer) ein?

„Die Schöpfungsordnung erfordert keine Eingriffe in jedem Fall.“ (Little, 110)

Gott muss also nicht immer eingreifen – er hält sich an seine Versprechen und seine Ordnungen.

Aber weshalb wollte Gott diese Welt uns uns Menschen so erschaffen? War sie es wert? Diese und weitere Fragen werden in folgenden Beiträgen bearbeitet (und hoffentlich beantwortet).

Gibt es sinnloses Leid?

In dieser Sicht – wie auch z.B. in der Free-Process Defense – könnten Dinge passieren, die sinnlos sind. Unfälle und Verbrechen, die nicht Gottes Plan waren und nicht zu etwas größerem Besseren dienen.

Könnten Lukas 13,1-5 biblische Beispiele für sinnloses Leid sein? Hier wird ausgesagt, dass die von Pilatus Ermordeten und die durch den Gebäudeeinsturz Getöteten nicht schlimmer waren als andere Menschen. Sie wurden also nicht speziell aus irgendeinem Grund zu Tod gebracht. Es wird auch  nicht nahegelegt, dass ihr Tod irgendeinem Zweck dient. Jesus weist lediglich darauf hin, dass alle Menschen sterblich sind und Rückanbindung zu Gott brauchen.

Gottes Ziel: Liebevolle Beziehungen zu Menschen

Leid geht letztlich darauf zurück, dass Gott liebevoll mit Menschen in Beziehung treten will.

Originalzitate

„God’s creation order assures nothing is chaotic (unexplainable); there is always a reason, if not a purpose. … Once God establishes the creation order, it is within this order that He works when interacting within the material circle. To do otherwise would abandon what is optimum, as well as His own rules.“ Little, 106-107.

„Creation order does not require intervention in every case.“ Little, 110.