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Was sagt Jesus über das Leid?

Der große Rahmen – Gott macht alles neu

Gott spricht in der Bibel nicht einfach von „Ersatz“ oder „Entschädigung“,  sondern von Verwandlung, Wiederherstellung, Umgestaltung.

Ganzheitliche Erlösung vom Bösen – Neuschöpfung

Das Böse muss ganz und gar besiegt werden. Die Überwindung des Bösen schließt alle Arten des Bösen mit ein. Sie muss umfassend, holistisch sein.

Um das Böse ganz loszuwerden, müssen Personen frei davon werden: in ihrem Denken, Wollen, Handeln, in ihren Beziehungen und Rollen, in ihrer Geschichte und ihren Systemen und Institutionen und ihrem Lebensumfeld.

Das klingt nach einer Neuschöpfung.

Jesus spricht darüber im Matthäusevangelium:

Wenn Gott die Welt erneuert (palingenesía) und der Menschensohn auf seinem Herrscherthron Platz nimmt, … (Matthäusevangelium 19,28).

Das Wort, das Jesus hier verwendet (palingenesía) heißt wörtlich „Erneuerung, Wiedergeburt“ und besteht aus zwei Teilen: „zurück, wieder“ und „Genese, Geburt, Schöpfung“.

Genau das verspricht Gott am Ende der Bibel.

Alles wird gut – ohne Abschaffung der Vergangenheit

Am Ende von „Der Herr der Ringe“ findet Sam Gamdschie heraus, dass sein Freund Gandalf doch nicht tot war. Er ruft:

„Gandalf! Ich glaubte, du seiest tot! Aber dann glaubte ich, ich sei auch tot. Stellt sich alles Traurige als falsch heraus?“

“Gandalf! I thought you were dead! But then I thought I was dead myself. Is everything sad going to come untrue? What’s happened to the world?” (John R.R. Tolkien, The Lord of the Rings, London, Grafton, 1992, 988.)

Stellt sich alles Traurige als falsch heraus? Der große Rahmen der Bibel, das große Versprechen auf Neuschöpfung, macht die Vergangenheit nicht ungeschehen.

Was geschehen ist, wird nicht unwahr. Selbst Jesus wird in dieser hoffnungsvollen Vision immer noch mit den Spuren seiner Kreuzigung dargestellt als das Lamm, das zwar steht, aber:

Es sah aus, als ob es geschlachtet wäre. (Offenbarung 5,6)

Leid wird in der Bibel nicht bagatellisiert.

Aber alle, die traurig sind und Gottes Liebe angenommen haben, werden getröstet werden.

Alles wird gut – Gott trocknet unsere Tränen

Das große Versprechen lautet:

Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. (Offenbarung 21,3-5)

Gottes Wiedergutmachung wird unsere wildesten Träume in den Schatten stellen!

Der große Rahmen und wir

Gott hat jeden und jede von uns als einen Höhepunkt des Universums geschaffen – aber wir haben rebelliert und leben in einer zerbrochenen Welt. Aber Gott gibt nicht auf! Er macht einen Ausweg, er verändert Menschen, er macht dem Leid ein Ende und er macht einmal alles neu!

Diese zukünftige und vollständige Erneuerung erleben wir, wenn sie jetzt bereits in uns anfängt. Jesus spricht davon, dass wir schon jetzt diesen Neuanfang brauchen:

Nur wer von neuem geboren wird, kann Gottes neue Welt zu sehen bekommen. (Johannesevangelium 3,3)

Das geschieht, wenn ein Mensch anfängt, Jesus zu vertrauen:

Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben. (Johannesevangelium 3,16)

Wer Jesus, dem Sohn Gottes vertraut, wird ewig leben. Dieser Neuanfang ist ein „Vorgeschmack“ auf die Neuschöpfung am Ende der Zeit.

Wenn also ein Mensch zu Christus gehört, ist er schon »neue Schöpfung«. Was er früher war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen. (2.Korintherbrief 5,17)

Bedeutet das, dass Christen bis dahin nicht mehr leiden? Nein, denn sie werden mit Tränen im Himmel ankommen:

…. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, … (Offenbarung 21,3-5)

Aber wie können Menschen sich auf Jesus verlassen und ihm mitten im Leid vertrauen? Hilft die Antwort der Bibel auch mitten im Leid? Hilft sie dabei, Leid auszuhalten? Davon handelt der nächste Beitrag.