Seine revolutionär gute Sicht auf Ausgegrenzte

Jesus und Bildung für Alle

Bildung für alle - wie zum Beispiel für diese zwei Kinder im Wald.

Jesus war ein ungewöhnlicher Lehrer:

Sie waren von seinen Worten tief beeindruckt; denn er lehrte wie einer, der Vollmacht von Gott hat – ganz anders als die Gesetzeslehrer. (Markusevangelium 1,22)

Seinen Nachfolgern hat der den Auftrag zum Lehren gegeben:

Lehret sie . . . (Matthäusevangelium 28,19-20).

Antike Christen setzen sich für Bildung ein

Unter seinen Nachfolgern sind daher nicht nur Philosphenschulen entstanden (Justin der Märtyrer und Philosoph, Katechetenschule von Alexandria). Auch die Idee von Bildung für Alle entstand:

Polykarp von Smyrna (Philipper 4) ermahnt alle Väter, ihre Frauen und Kinder zu unterrichten.

Tatian (ad Graecos 32) berichtet, dass Alle, Männer und Frauen, unterrichtet werden:

„Es philosophieren bei uns nicht nur die Reichen, sondern auch die Armen genießen umsonst den Unterricht; denn was von Gott kommt, ist zu erhaben, als dass es durch eine irdische Gabe vergolten werden könnte. Alle, die hören wollen, lassen wir also zu, selbst alte Weiblein und unreife Knaben, mit einem Wort: jegliches Alter kommt bei uns zu Ehren, nur alles, was unzüchtig ist, halten wir uns fern … Alle Menschen, die sich für Weltweisheit interessieren, nehmen teil an unseren Versammlungen, da wir nicht ihr Aussehen prüfen noch diejenigen, die zu uns kommen, nach ihrem Auftreten beurteilen. Denn Stärke der Gesinnung, meinen wir, kann in jedermann wohnen, mag er auch schwach am Leibe sein.“

Bildung für Alle in der Reformationszeit

Auch Luther und Calvin wollten Schulen für Alle.

Luther hat 1524 dazu eine lange Abhandlung geschrieben:

„An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“.

In Genf wurde unter dem Einfluss von Calvin 1536 wahrscheinlich zum ersten Mal in der Weltgeschichte in einem Territorium die Schulpflicht eingeführt.

Bildung für Alle – gut für unsere Gesellschaft

Historisch gesehen ist Bildung ein Schlüssel zu einer guten Gesellschaft:

 „Bildung war ausschlaggebend für den Aufstieg und die jahrhundertelange Hegemonie des Westens. … In die Breite getragen wurde Bildung erstmals in Europa: durch die Erfindung der Druckerpresse und durch die Reformation, die den Anspruch hatte, jeder Gläubige solle seinen persönlichen Zugang zum Heil erlangen, indem er die Heilige Schrift liest. Damit begann eine Wissensrevolution.“ (Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Die ZEIT (9) 18.2.2016, 35)

Aus dem ersten Motiv christlicher Alphabetisierungsprojekte erwächst ein Vorteil für die ganze Gesellschaft, eine „Wissensrevolution“.

Dieser Gedanke findet sich auch schon bei Martin Luther:

„… so wäre doch schon allein dies Grund genug, die allerbesten Schulen sowohl für Knaben als auch für Mädchen an allen Orten einzurichten: daß nämlich die Welt, um auch ihren weltlichen Stand äußerlich zu erhalten, doch feine, geschickte Männer und Frauen braucht, so daß die Männer Land und Leute wohl regieren, die Frauen Haus, Kinder und Gesinde wohl erziehen und in Ordnung halten können. Nun, solche Männer müssen aus Knaben heranwachsen, und solche Frauen müssen aus Mädchen heranwachsen. Deshalb handelt es sich darum, daß man dazu Knaben und Mädchen recht lehre und aufziehe.“ (Luther, Ratsherren, Calwer Luther-Ausgabe, Band 4, Stuttgart 1996,173-174)

Christen setzen sich daher für Alphabetisierung ein.

Ein Beispie aus China

Ein Beispiel dafür ist Yàn Yángchū, der in einer Missionarsschule in China unterrichtet wurde und zum Glauben an Jesus kam. Das hat ihn 1926 inspiriert, Alphabetisierung und ländliche Entwicklung zu fördern. Er fand Kollegen, die arme Bauern in Dingzhou unterrichten wollten. Als er das den Bauern in der ländlichen Gegend von China erzählte, dass er ihnen Lesen beibringen wollte, haben sie gelacht und gesagt, das ist unmöglich. Aber nachdem die erste Klasse ihren Abschluss gemacht hat, wollten viele Dörfer Schulen und 1931 gab es schon in allen 453 Dörfern in der Gegend Schulen, die von 20.000 Freiwilligen unterrichtet wurden (Stacey Bieler, The Chinese Christian Who Helped Overcome Illiteracy in Asia, https://www.christianitytoday.com/2024/10/china-christian-education-yan-yangchu-james-yen).